Petrikirche Rostock

Vorschaubild Zeitungsartikel Glocken 19.11.2010 NNN

Die Glocken der Petrikirche

Bald erklingen wieder drei Bronzeglocken aus dem Turm der Petrikirche über Rostock.

Die Petrikirche besaß ursprünglich fünf Glocken. Die mit einem Durchmesser von 179 Zentimetern größte Läuteglocke wurde 1742 von Otto Gerhard Meyer in Rostock gegossen, die mit 65 Zentimetern kleinste Glocke stammte aus dem Mittelalter. Zwei Glocken hingen als Uhrschlagglocken höher als die anderen im Turmhelm. Hierzu waren nach Süden und Westen jeweils eine Gaube angebracht. Dies war ausreichend, da durch die Lage der Kirche direkt an der Stadtmauer zu den beiden anderen Richtungen der Kirche nur wenige Menschen lebten.

Von diesen Glocken fielen insgesamt vier den Kriegen zum Opfer. Vor dem zweiten Weltkrieg existierten noch drei Glocken. Nur eine davon überstand den zweiten Weltkrieg, die Glocke in der Südgaube des Turmes, eine historische Glocke aus Bronze von 1548 mit einem Gewicht von 1250 kg, die sogenannte „Peter Matze”, benannt nach ihrem Gießer. Diese Glocke war, ihrer Größenreihung im Geläute zufolge, zunächst die „Wächterglocke” der Petrikirche. Sie wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Gaube gehängt und diente fortan Stundenschlagglocke. Während der Bombenangriffe im Jahr 1942 brannte die Kirche aus. Der Turmhelm stürzte brennend herunter. Die Glocke fiel auf einen Anbau südlich der Kirche. Der Dachstuhl dieses Anbaus bremste die Wucht des Aufpralls, die Glocke blieb erhalten.

In einer einmaligen Spendenaktion und unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde von 1992 bis 1995 der kupfergedeckte Turm der Petrikirche mit einer Höhe von 117 m wieder aufgebaut. Hierbei wurde in alle vier Himmelsrichtungen jeweils eine Gaube eingebaut. Da die Notwendigkeit einer Uhrschlagglocke in der heutigen Zeit nicht mehr besteht, wurden Nistmöglichkeiten für Dohlen und Turmfalken hinter den Gauben geschaffen.

Durch den Wiederaufbau des Turms war die Voraussetzung vorhanden, der Kirche wieder einen Glockenstuhl mit dazugehörigem Geläut zu geben.

Hier werden die historische Matzeglocke sowie zwei weitere Glocken, die 1979 neu gegossen wurden, ab 2012 wieder erklingen.

Große Glocke Kleine Glocke Peter Matze Glocke

Auf den Bildern oben sind die Glocken an ihrem ehemaligen Platz im Glockenstuhl der Marienkirche zu sehen. Die beiden linken Glocken („H”, 3465kg und „d”, 1948 kg) waren ursprünglich Bestandteil des Geläuts der Marienkirche und wurden seinerzeit durch Spenden der Rostocker Gemeinde und Bürgern aus Ost und West angeschafft. Nachdem sich im Jahre 2009 die Möglichkeit auftat, die vier mittelalterlichen Glocken der Marienkirche zu restaurieren, wurde die Übersiedlung der beiden Glocken in die Petrikirche möglich. Rechts ist die Peter Matze Glocke zu sehen. Sie ist am 18. November 2010 wieder zurückgekehrt und wird im Jahr 2012 ihren Platz im Glockenturm einnehmen.

NN

Sie befindet sich derzeit im Vorraum des Turmes, hat einen Durchmesser von 152 Zentimetern und ist mit gotischen Minuskeln und einem Petrusrelief verziert.

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